Kinderfotos: Den Nachwuchs richtig in Szene setzen

Die eigenen Kinder sind für Eltern das schönste Motiv auf der Welt, und diese Erinnerungen sollen natürlich auch für spätere Zeiten festgehalten werden. Flugs wird ein Foto gemacht und weiter geht die Reise. Doch bei der späteren Betrachtung fällt vielen Eltern auf, dass das Bild nicht zu gebrauchen ist.

Schon so manche Haare wurden bei der abendlichen Auswertung der gemachten Fotos am Rechner gerauft. Ein schöner Ausflug im Kreise seiner Liebsten - wenn doch nur das Erinnerungsfoto vom Nachwuchs nicht verwackelt wäre.

Die Enttäuschung am Rechner geht zu der Erkenntnis über, dass der reine Kauf einer Digitalen Spiegelreflexkamera, zum Beispiel hier, noch keinen richtigen Fotografen aus den Eltern macht.

Grundlage: Kamera kennenlernen

© Jupiterimages/BananaStock/Thinkstock

Niemand erwartet, dass die selbstangefertigten Bilder der Eltern professionellen Fotografen das Wasser reichen.

Es dauert oftmals Monate, bis eine Kamera beherrscht wird - und selbst dann kann es immer wieder zu Situationen kommen, die ein Elternteil hinter dem Auslöser bis dato noch nicht kennt.

Lichtverhältnisse, Verschlusszeiten, Blende: Erst wenn die Grundlagen der Spiegelreflexkamera nicht länger wie böhmische Dörfer klingen, sind auch dauerhaft gute Fotografien zu erwarten.

Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren

Dieser lange Lernprozess soll natürlich kein Hindernis sein. Und auch so manches Bild auf dem Weg hin zum Beherrschen der Kamera, das auf den ersten Blick verunglückt ist, kann bei erneutem Betrachten am Computer auf einmal durch seine ganz eigene Lichtkomposition den Nachwuchs perfekt in Szene setzen.

Daher sollten die Bilder nicht direkt gelöscht werden, wenn sie misslungen sind. Es zahlt sich aus, viele Fotos zu machen, und so seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

"Kinder sind aber auch schnell..."

Diesen enttäuschten Satz hört man häufiger im Park, wenn Eltern beim sonntäglichen Ausflug oder bei einem Kindergeburtstag die Jüngsten nur als verschwommene Aufnahme erwischt haben. Kinder laufen, rennen, toben - doch das soll die Eltern nicht von einem guten Foto abhalten.

Mit einer kurzen Belichtungsdauer und Verschlusszeit können auch schnelle Bewegungen gut eingefangen werden, ohne dass aus dem Spiel des Nachwuchses eine undefinierbare Szenerie wird. Wichtig für alle Eltern: die Fotos der spielenden Kinder sind um ein Vielfaches schöner als inszenierte Bilder. Am besten, die Kleinen bemerken die Kamera gar nicht, damit sie sich nicht auf das Gerät konzentrieren.

© Pixland/Thinkstock

Totale? Total langweilig!

In vielen Wohnungen werden die Erinnerungen des letzten Ausfluges eingerahmt und im Haus verteilt aufgehängt. Schade nur, wenn die Umgebung mehr ins Auge sticht als der Nachwuchs, der eigentliche Mittelpunkt des Fotos.

Daher: weg von der Totalen! Viele Fotografien bestechen durch eine nahe Perspektive.

Mit der passenden Hintergrundschärfe steht nur der Liebling im Vordergrund, und das ist auch gut so. Schließlich geht es um das Kind und nicht die Bewaldung im Stadtpark. Auch eine komplette Zentrierung des Kindes ist oftmals nicht zu empfehlen. Die Erinnerung an den eigenen Kunstunterricht und den goldenen Schnitt werten so manches Foto auf.

Blitz lieber auslassen

Die schönsten Bilder sind häufig die natürlichsten. Und damit ein Erinnerungsfoto dementsprechend wirkt, sollten alle unnatürlichen Faktoren ausgelassen werden. So auch der Blitz, der bei vielen Spiegelreflexkameras allzu häufig aufspringt und mit seiner Kraft so manches Bild überbelichtet.

Rote Augen, helle Zonen - hier kann man auch in der Nachbearbeitung wenig bis gar nichts unternehmen, um das Foto zu retten. Deshalb lieber ohne Blitz und erhöhtem ISO-Wert fotografieren. Das dadurch entstehende Rauschen auf dem Bild kann durch eine Umwandlung hin zu einer Schwarz-Weiß-Fotografie ein toller Effekt sein.

Kinder schützen

Eltern sind stolz und wollen am liebsten der ganzen Welt ihre Kinder präsentieren. Doch dieser Mitteilungstrieb sollte zugunsten des Nachwuchses lieber gebremst werden.

Peinliche Kinderfotos im Internet sind in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. häufig anzutreffen. Doch das Internet vergisst nie, und zum Schutz der Zukunft des Abgebildeten sollte auf das ständige Posten von Familienfotos verzichtet werden.

Kinder als Fotografen

Es ist kein Wunder, dass der Nachwuchs den Eltern nacheifert und wie die Vorbilder auch Fotos machen möchte. Dass den Kleinen dabei nicht bewusst ist, wie wertvoll eine Spiegelreflexkamera ist und wie sensibel die Elektronik dieser Geräte schon auf kleine Einschläge reagiert, ist nachvollziehbar.

Daher sollten sie mithilfe kindergerechter Literatur auf die Welt der Fotografie vorbereitet werden, bevor die teure Kamera Schaden nimmt.


Bild 1: © Jupiterimages/BananaStock/Thinkstock
Bild 2: © Pixland/Thinkstock

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